Mit einem lebendigen Vortrag führte Dr. Polly Lohmann, Kuratorin des Antikenmuseums der Universität Heidelberg, am 2. März bei uns im Westfalen-Kolleg Dortmund in die Welt der pompejanischen Graffiti ein.
Dabei räumte sie gleich mit einigen Klischees auf: Erotische Darstellungen machen nur etwa fünf Prozent der Funde aus, und auch Kinderkritzeleien sind die Ausnahme. Viel häufiger begegnen uns kurze Botschaften wie „X war hier“, Grüße oder kleine Zeichnungen.
Überraschend ist zudem, dass viele Graffiti in Wohnhäusern gefunden wurden. Inschriften auf Fassaden und öffentlichen Gebäuden lassen sich dagegen als Teil einer lebendigen Nachbarschaftskommunikation verstehen – so hinterließ etwa der Walker Crescens besonders gern Grüße.
Schade nur, dass viele der bereits im 19. Jahrhundert dokumentierten Graffiti heute verloren sind, weil sie lange Zeit nicht geschützt waren.
Die Veranstaltung konnte durchgeführt werden durch die erfolgreiche Kooperation der Latinums-AG des Westfalen-Kollegs mit dem Dortmunder Verein zur Förderung des Altsprachlichen Unterrichts (VFAU).

