Am 12.11.2025 wurden in der Rheinischen Straße drei Stolpersteine für die Familie Goldschmidt gesetzt, für die das Westfalen-Kolleg die Patenschaft übernommen hat.
Während des Nationalsozialismus wurden Martin Goldschmidt, seine Frau Lucie und die gemeinsame Tochter Rosa Ruth als Juden diskriminiert, verfolgt, entrechtet, entmenschlicht und schließlich ermordet.
Die Familie lebte in der Rheinischen Straße 104, wo Martin Goldschmidt zusammen mit der Witwe Elsa Jakobsohn (vermutlich seine Schwägerin) einen Handel für Damen- und Herrenkonfektion betrieb.
Die Gestapo nahm ihn während der Novemberpogrome 1938 fest und verschleppte ihn mit Hunderten anderen Männern ins KZ Sachsenhausen. Dort musste er für über einen Monat Zwangsarbeit verrichten.
Am 30. April 1942 wurde Martin Goldschmidt zusammen mit seiner Frau Lucie und der Tochter Rosa Ruth vom Bahnhof Dortmund-Süd mit 788 anderen Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg nach Zamosc deportiert und schließlich ermordet. Von diesen Menschen hat niemand überlebt; für keinen dieser Menschen ist ein Todesdatum oder ein Todesort belegt.
Mit der Übernahme der Patenschaft für diese drei Stolpersteine wollen wir nicht nur der Familie Goldschmidt gedenken, sondern gleichzeitig erinnern und mahnen: Was geschehen ist, können wir nicht ungeschehen machen, aber wir dürfen es nie vergessen. Wir können dafür sorgen, dass es nie wieder passiert, indem wir uns gegen Antisemitismus, Rassismus, gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, gegen Extremismus einsetzen und unsere Demokratie unterstützen, verteidigen, stärken.
Wir erinnern an Martin Goldschmidt, geboren am 12. August 1888 – ermordet.
Wir erinnern an Lucie Goldschmidt, geborene Jakobsohn, geboren am 1. Februar 1896 – ermordet.
Wir erinnern an Rosa Ruth Goldschmidt, geboren am 22. Oktober 1923 – ermordet.


