In der Woche vom 24.11. – 28.11.25 nahm eine Gruppe Studierender zusammen mit zwei Lehrkräften des Westfalen-Kollegs an einer Studienfahrt nach München teil.
Die beiden Teilnehmerinnen Mia Christy-Joseph und Jonna Heemeier berichten von ihren Erlebnissen:
„Am Montag haben wir uns am frühen Morgen am Hauptbahnhof in Dortmund getroffen und sind gemeinsam mit dem ICE nach München gereist. Nach der Ankunft stand uns der Nachmittag zur freien Verfügung, um im Hostel anzukommen und die Stadt zu erkunden.
Den Dienstag haben wir mit dem Frühstück im Hostel gestartet, wonach wir uns gemeinsam auf den Weg in die Altstadt zu einer Stadtführung begeben haben. In zwei aufgeteilten Gruppen haben wir von zwei Tour-Guides historisches Wissen über die Stadt München erhalten und einige Sehenswürdigkeiten besucht. Zum einen das alte und neue Rathaus, die Frauenkirche (Münchner Dom), die 5 Höfe und weitere. Vor der Residenz in der Viscardigasse, welche früher „Drückebergergasse“ genannt wurde, gab es eine ausführliche Erklärung zu dem damaligen Namen und Informationen zu der Gründung der NSDAP in München. Im Anschluss konnten wir die Freizeit nach eigenen Wünschen gestalten, es gab das Angebot eines Besuchs in einem NS-Dokumentationszentrum. Ein paar Studierende haben das Deutsche Museum besucht, welches enorm viele Interessenbereiche abdeckt und bei dem es wirklich viel Spannendes zu entdecken gab. Von Robotik über Naturwissenschaft und Technik, bis hin zu Film und Fotografie war für jeden etwas dabei.
Am Mittwoch ging es gemeinsam zur NS-Gedenkstätte in Dachau, wo wir von einem Tour-Guide ebenfalls historische Informationen und besondere Aufklärung erfahren haben. Die Besichtigungen der verschiedenen Bereiche des ehemaligen KZ waren sowohl eindrucksvoll als auch bedrückend. Zu sehen, wie das Gelände aufgebaut war, wo die Insassen in Zellen eingesperrt waren, geschlafen und geduscht haben, hat uns eine intensive Vorstellung geben können, wie das Leben zur damaligen Zeit dort ausgesehen haben muss. Diese Bilder bleiben prägender im Kopf als der reine Theoriebezug im Unterricht. Im Anschluss hatten wir wieder die Möglichkeit, unsere Freizeit selbst zu gestalten, dabei wurde z.B. der Christkindlmarkt oder die Allianz Arena besucht und einige Studierende haben im Hofbräuhaus klassisches bayerisches Essen genossen.
Donnerstag sind wir zur Gedenkstätte „Weiße Rose“ gegangen, wo uns eine Studentin der LMU München über die Widerstandsbewegung der Gruppe „Weiße Rose“ aufgeklärt hat. Die bekanntesten Mitglieder waren die Geschwister-Scholl, jedoch waren auch die anderen (Alexander Schmorell, Willi Graf, Christoph Probst und Kurt Huber) von entscheidender Bedeutung für die Verbreitung der Flugblätter und den geleisteten Widerstand. Die Art der Aufklärung hat uns sehr gefallen und ist im Kopf geblieben, der Denkanstoß, für die Rechte der Menschen einzustehen, lässt sich ebenfalls auf die heutige Gesellschaft übertragen. Auch das Theaterstück „fremd“ (gespielt von Katharina Bach) und das anschließende Nachgespräch mit Michel Friedman (Sohn von polnisch-jüdischen Eltern, welche Holocaust-Überlebende waren) hat diese Gedanken gestärkt und einen sehr persönlichen Einblick in das Leben von marginalisierten Gruppen gegeben. Es war emotional und ergreifend und hat verdeutlicht, wie wichtig die Stärkung demokratischer Werte in der Gesellschaft und die Partizipation innerhalb der Demokratie sind.
Auch das Münchner Nachtleben wurde von einigen Studierenden über die ganze Woche genossen.
Am Freitagmorgen haben wir das Hostel nach einem letzten Frühstück gemeinsam wieder verlassen und uns auf den Heimweg zurück nach Dortmund gemacht.
Die Studienfahrt hat den Studierenden sehr gut gefallen und wir schätzen die gegebene Möglichkeit vom Westfalen-Kolleg Dortmund, eine Reise dieser Art mitmachen zu können und neben dem vorgegebenen Programm auch individuelle Wünsche umzusetzen.“


